Prof. Dr. Andreas Voßkuhle mit CICERO Rednerpreis ausgezeichnet

Der Präsident des Bundesverfasssungsgerichts Prof. Dr. Andreas Voßkuhle wurde in Bonn mit dem CICERO Rednerpreis 2014 der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG ausgezeichnet. Mit dem 50-jährigen Juristen werde ein Redner geehrt, „der unserer Verfassung die Stimme gibt, dass sie mit der ihr eigenen Stärke, Vitalität und identitätsstiftenden Wirkung tiefer in unsere Gedanken- und Gefühlswelt dringe“, so die Jury.

Bonn, 27. März 2014 – Der Präsident des Bundesverfasssungsgerichts Prof. Dr. Andreas Voßkuhle wurde in Bonn mit dem CICERO Rednerpreis 2014 der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG ausgezeichnet. Mit dem 50-jährigen Juristen werde ein Redner geehrt, „der unserer Verfassung die Stimme gibt, dass sie mit der ihr eigenen Stärke, Vitalität und identitätsstiftenden Wirkung tiefer in unsere Gedanken- und Gefühlswelt dringe“, so die Jury.

Verlagsvorstand Helmut Graf betonte in seiner Eröffnungsrede, wie wichtig es für die Akzeptanz richterlicher Entscheidungen sei, dass es den Richtern gelinge, die betroffenen Menschen zu erreichen und von ihnen verstanden zu werden. „Und wenn es um das Grundgesetz geht, dann sind diese Betroffenen wir alle. Wie kein zweites Dokument ist es dieses Gesetz, das dem Staatskörper der Bundesrepublik Geist einhaucht“, so Graf. Als Präsident des Bundesverfassungsgerichts stelle sich Prof. Dr. Andreas Voßkuhle ausdrücklich der Aufgabe, die Entscheidungen des obersten deutschen Gerichts zu erklären und einzuordnen und so den Geist des Grundgesetzes lebendig zu halten. Der CICERO Rednerpreis möchte die wichtige Rolle der Redekunst in einer auf Kommunikationsfähigkeit und Dialogbereitschaft angewiesenen Demokratie ins öffentliche Bewusstsein rücken. Diese ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Kultur. In diesem Sinne sei der diesjährige Preisträger ein „Glücksfall für uns alle“, so Graf. Prof. Dr. Andreas Voßkuhle betonte in seiner Rede, wie wichtig die öffentliche Diskussion gerade auch bei umstrittenen Entscheidungen des Gerichts sei: „Das Bundesverfassungsgericht ist auf die kritische Auseinandersetzung mit seiner Tätigkeit in der Öffentlichkeit angewiesen. Es muss aber unzutreffende Zuschreibungen und Fehldeutungen seiner Arbeitsweise und seiner Entscheidung entgegentreten, um das Vertrauen in die Justiz nicht zu gefährden“, so der diesjährige CICERO-Preisträger.

Eigenständigkeit gegenüber Politik

Festredner Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Wilhelm Graf, Inhaber des Lehrstuhls für Systematische Theologie und Ethik an der Ludwig-Maximilian-Universität München, betonte die besondere Stellung des Gerichtspräsidenten gerade im Verhältnis zur Bundespolitik in Berlin. „Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts spricht als Präsident jenes unabhängigen Verfassungsorgans, das auch dadurch seine Eigenständigkeit demonstriert, dass es nicht in der Bundeshauptstadt, sondern in Karlsruhe residiert.“ Der „kritische Erregungszustand mancher Berliner Politiker“ über die von ihnen subjektiv erlittene „Karlsruher Selbstherrlichkeit und Machtfülle“, sei jedenfalls sehr stark vom politischen Standpunkt bestimmt, erklärte der Festredner. „Gefällt einem ein Urteil, dann lobt man das Gericht. Passt es einem nicht, dann erklärt man die Qualität der Karlsruher Rechtsprechung für politisch falsch und überhaupt verbesserbar.“ So führe diese Eigenständigkeit immer wieder zur Irritationen zwischen Berlin und Karlsruhe, was nicht zuletzt auch an der außergewöhnlichen Persönlichkeit des Preisträger selbst liege: „Offenkundig irritiert das gelassene Selbstbewusstsein, das dieser 1,94 Meter große Mann ausstrahlt“, so Friedrich Wilhelm Graf. Der Vorsitzende der CICERO-Jury, Rhetorik-Professor Dr. Gert Ueding, hob die rhetorischen Qualitäten des Preisträgers hervor: „Jede Rede nämlich soll ein lebendiges Gespräch mit dem Publikum führen, wie sie auch in sich selber, als Rede und Gegenrede, einen Dialog und nicht etwa einen Monolog nachbilde. Dies fordert vom Redner Qualitäten, die unser diesjähriger CICERO-Preisträger auf geradezu ideale Weise verkörpert“, so Ueding.

Der CICERO Rednerpreis wird vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft seit 1994 für herausragende rhetorische Leistungen gestiftet. Eine unabhängige Jury wählt den jährlichen Preisträger. Bei dem undotierten Preis handelt es sich um eine Bronzebüste des römischen Staatsmannes und Philosophen Marcus Tullius Cicero.

Bisherige Preisträger:

Den seit 1994 verliehenen Cicero Rednerpreis haben u. a. erhalten: Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, der Journalist und Publizist Heribert Prantl, der Philosoph Peter Sloterdijk, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, der Schriftsteller Rolf Hochhuth, der deutsch-französische Politiker Daniel Cohn-Bendit, Hans-Olaf Henkel, Wendelin Wiedeking, Kurt Biedenkopf, Marcel Reich-Ranicki, Lothar Späth, der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani und Thomas Gottschalk.

Die Jury

Natja Denk, Inhaberin ‚denk tank Ghostwriting‘,

Prof. Dr. Eva Horn, Professur für Neue deutsche Literatur, Universität Wien;

Prof. Dr. Peter L. Oesterreich, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau, Honorarprofessor Universität Ulm;

Prof. Dr. Gert Ueding, 1988-2008 Direktor des Seminars für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen;

Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen, Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, juristische Rhetorik und Rechtsphilosophie an der FernUniversität Hagen;

Betty Zucker, Expertin im Change und Knowledge Management.

Für die Redaktion:

Weitere Informationen, Reden und diese Pressemitteilung finden Sie unter www.cicero-rednerpreis.de

Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG

27.03.2014

Weitere Informationen:

Anja Lanzrath, Tel.: 0228 / 82057526, Fax: 0228 / 359206, Mail: lan@vnr.de

Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, Theodor-Heuss-Straße 2-4,

53177 Bonn, www.cicero-rednerpreis.de sowie www.vnrag.de