Diese Maxime begleitet den erfolgreichen Norman Rentrop bereits seit 25 Jahren auf der Welle des Erfolges. Heute ist der innovative „Unternehmermacher“ Aufsichtsratsvorsitzender der Rentrop-Verlagsgruppe „VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG“ mit einem Umsatz von rund 185 Millionen DM, 260 Mitarbeitern am Stammsitz in Bad Godesberg, weltweit 600 Beschäftigten und über 1000 Autoren.

Hajo Koschmieder in „Noch erfolgreicher!“ 1/2000

Bis Ende 1998 führte die Verlagsgruppe mit dem wohl bekanntesten Titel „Die Geschäftsidee“ den Namen von Norman Rentrop. Seine eigene Idee war damals: „Exzellente Beratung erschwinglich machen“, und damit stieß Rentrop auf eine bis heute ungebrochene Resonanz bei Jungunternehmern und Existenzgründern. Er selbst hat sich stets an erfolgreichen Vorbildern orientiert und in der Billigklasse die Welt bereist, um möglichst viele neue Ideen aufzuspüren. Das Konzept für die Geschäftsidee hat Rentrop später auf den gesamten Verlag ausgeweitet: „Die publizistische Beratung selbstständiger Unternehmer und aller, die unternehmerische Verantwortung tragen, bei der Erreichung ihrer Lebensziele. Die Förderung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zur Schaffung einer freiheitlichen, sozialen Gesellschaft.“

Erster Anlauf scheiterte

Natürlich waren Vorbilder einer Existenzgründung für Norman Rentrop Wasser auf die Mühle, schließlich war er von frühester Jugend an „vorbelastet“. Schon mit 12 Jahren hat er an einer Schülerzeitung mitgearbeitet. Später hat er dann ein Jugendmagazin für Bonn gemacht und war Lokalreporter bei der Bonner Rundschau. Mit 10.000 Mark Gespartem wollte er zusammen mit seinem Partner, der den gleichen Betrag einbrachte, ein Anzeigenblatt für Rheinbach und Meckenheim starten. Mit 20.000 Mark Startkapital wollten sie es besonders gründlich machen. Eine Null-Nummer wurde erstellt, eine Austrägertruppe organisiert, und es wurden erfolgreich Anzeigen akquiriert, alles stand. Bis ihnen der Wind der größten Tageszeitung am Ort, des Bonner Generalanzeigers, der seine Anzeigenkunden nicht verlieren wollte, so kräftig ins Gesicht blies, dass Rentrop & Partner das Vorhaben einstellten. Rentrops Partner ging nach Idar-Oberstein und baute von dort aus ein Anzeigenblatt nach dem anderen auf, schließlich im ganzen Südwesten. Rentrop selbst blieb in Godesberg und betrieb zunächst einmal mit der Austrägertruppe eine Prospektverteil-Agentur.

Mit 18 einen der größten Verlage gegründet

Als Austauschschüler in England lernte er über eine Antwortkarte in einem Taschenmagazin die Verleger eines amerikanischen Gründermagazins kennen. Diese boten ihm schließlich das Konzept ihrer Zeitschrift zum Kauf an. Nach diesem erfolgreichen Vorbild gründete Norman Rentrop am 27. Oktober 1976, einen Tag nach seinem 18. Geburtstag, den eigenen Verlag in Bonn-Bad Godesberg. Für Rentrop war es die zündende Idee, obwohl 1975 eine eher schlechte Gründerstimmung herrschte. Von 1966 noch 3 Millionen Selbstständigen war die Zahl im Jahre 1975 auf 2,4 Millionen zurückgegangen; weniger als 140.000 Unternehmensgründungen pro Jahr wurden registriert. Heute sind es dreimal mehr: Über 400.000 in den alten Bundesländern pro Jahr.

Strategie der innovativen Imitation

Die Geschäftsidee wurde zum Fundament der Rentrop-Verlagsgruppe. „Ich bin kreativ im Übertragen von Ideen“, sagt Rentrop über sich, „aber Kreativität allein reicht nicht, Erfolge sind das Resultat harter Arbeit. Unternehmer arbeiten im Durchschnitt 55,4 Stunden in der Woche, Jungunternehmer in der Anlaufphase noch erheblich mehr.“ Vielleicht liegt es an dieser ersten englischsprachigen zündenden Idee. In der Folge reiste Rentrop regelmäßig in die USA. Es hieß sogar, er sei „amerikanophil“, da der Verleger englisch fast so gut wie deutsch spricht und einen regen Ideenimport von den USA nach Europa und umgekehrt betriebt. „Unternehmerischer Erfolg ist nicht zuletzt auch eine Frage der Strategie. Bestimmte Vorgehensweisen sind erfolgversprechender als andere. Deshalb steht hinter allen Geschäftsideen, die ich bei meinen Unternehmensgründungen anwende, die Strategie der innovativen Imitation.“ Mit dieser Strategie ist Rentrop zum siebtgrößten Fach- und Wissenschaftsverlag aufgestiegen.

14. Monatsgehalt für Mitarbeiter

Zur Verlagsgruppe gehören heute der VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, der FID Fachverlag für Informationsdienste und der ADI Auftragsdienst der Deutschen Industrie, ebenso Verlage in Washington, Warschau, Bukarest und anderen Städten. Die Verlagsgruppe gibt 60 Zeitschriften, Informationsdienste und Loseblatt-Zeitschriften heraus. Da zu den Kunden vorwiegend selbstständige Unternehmer zählen, geht es in den Produkten thematisch um Fragen wie Unternehmensgründung und –aufbau, Finanzen, Marketing, Personalfragen bis hin zur Geldanlage. Innovative Ideen empfiehlt Rentrop nicht nur seinen Kunden, sondern verwirklicht sie auch selbst. So profitieren seine Mitarbeiter vom 14. Monatsgehalt für Weiterbildung und gemeinnützige Einrichtungen von Spenden, über deren Verteilung alle Angestellten in einer Mitarbeiterbesprechung beschließen.

Am Unternehmen arbeiten

1998 hat Rentrop einen weiteren Schritt in der Unternehmensentwicklung unternommen, den Übergang vom inhabergeführten Einzelunternehmen (Verlag Norman Rentrop) zur managementgeführten Aktiengesellschaft (VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG). Sein langjähriger Stellvertreter Helmut Graf hat den Vorstand übernommen, Rentrop selbst ist in den Aufsichtsrat gewechselt. Nach dem Motto „Nicht im Unternehmen, sondern am Unternehmen arbeiten“, ist Rentrop jetzt vom ein Kilometer außerhalb gelegenen Aufsichtsratbüro tätig.

Befragt nach seiner Lieblingslektüre holt der Unternehmermacher weit aus: „Irgendwann merkte ich, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht die Erfüllung bringt. Manche Menschen denken, dass wenn sie das große Los ziehen und im Lotto eine Million gewinnen würden, alles ganz anders wäre. Natürlich macht Erfolg Spaß, und man sieht gern, dass Ideen sich tatsächlich verwirklichen lassen, dass Anstrengung sich lohnt und von Erfolg gekrönt wird. Wenn alles klappt, gibt das Befriedigung. Außerdem komm6t man zumindest in meinem Beruf weit herum, lernt interessante Menschen und Plätze überall auf der Welt kennen. Wirtschaftlicher Erfolg bringt jedoch auch eine Menge Konflikte und viel Einsamkeit mit sich. Wie oft gibt es Entscheidungen, wie oft gibt es Dinge, die einem den Schlaf rauben könnten! Und dennoch kann ich ruhig schlafen, weil ich im Gebet Gott alle meine Sorgen anvertrauen kann. Da empfinde ich die letztjährige Jahreslosung als so wohltuend: Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Also gerade auch an den Tagen, an denen es nicht so gut läuft. Doch bis ich die Dinge so sehen konnte, hat es eine Weile gedauert. Heute lese ich jeden Tag die Bibel.“