Das Steuerrecht hat einen Zustand erreicht, der für alle Betroffenen unzumutbar geworden ist. Es ist in weiten Teilen unübersichtlich, unpraktikabel, unverständlich und unbeständig.

Resolution der südbayrischen Finanzamtsleiter

Das gilt nicht nur aus der Sicht des normalen Steuerzahlers, sondern für alle, die professionell mit dem Steuerrecht befasst sind. Das gilt sogar für die Steuerbeamten, die im Namen des Staates Steuern festsetzen und erheben.

Die Mitarbeiter der Steuerverwaltung haben in einer landesweiten offiziellen Umfrage dem Zustand des Steuerrechts miserable Noten gegeben. Sie sind mit den steuerlichen Vorschriften in höchstem Maße unzufrieden. Die Steuerbeamten sehen bei ihrer Arbeit deutlich, daß

die Steuergerechtigkeit im heutigen Steuersystem erheblichen Schaden nimmt.

Sie sehen sich immer weniger in der Lage, die Masse der komplizierten Vorschriften, die durch häufige Änderungen ständig unübersichtlicher werden, so anzuwenden, daß eine richtige und gleichmäßige Besteuerung gewährleistet ist.

Mit dieser alarmierenden Erfahrung unserer Mitarbeiter wenden wir uns an die Öffentlichkeit, insbesondere an die Abgeordneten des deutschen Bundestags und an die politischen Parteien mit dem Appell,

die Bemühungen zu einer Vereinfachung des Steuerrechts voranzutreiben und den ständigen Änderungen, die immer wieder als Reformen angepriesen werden, Einhalt zu gebieten.

Das Steuerrecht muß wieder verständlich und überschaubar werden. Nur so kann die Akzeptanz erhöht und die Staatsverdrossenheit reduziert werden.
Burghausen, im April 2002