Eine schöne Parabel über Träume, Ziele und Hoffnungen und die Irrwege, welche das Schicksal geht, um sie sie zu erfüllen.

christliche Parabel übersetzt von Christoph Niemann

Es waren einmal drei Bäume auf einem Hügel in einem Wald. Sie sprachen über ihre Hoffnungen und Träume, als der erste Baum sagte:

„Eines Tages werde ich hoffentlich eine Schatztruhe sein. Ich wäre gefüllt mit Gold, Silber und Edelsteinen. Ich wäre mit aufwendigen Schnitzereien verziert und jedermann würde diese Schönheit bewundern.“

Dann sprach der zweite Baum:

„Eines Tages werde ich ein mächtiges Schiff sein. Ich werde Könige und Königinnen über die Meere tragen und an die Ränder der Welt segeln. Jeder wird sich durch die Stärke meines Rumpfes in mir sicher fühlen.“

Schließlich sagte der dritte Baum:

„Ich möchte zum größten und stärksten Baum im Wald heranwachsen. Die Menschen würden mich auf der Spitze des Hügels sehen, zu meinen Ästen hinaufschauen und an den Himmel denken, an Gott und wie nah ich an ihn heranreiche. Ich wäre der größte Baum aller Zeiten und die Menschen würden sich immer an mich erinnern.“

Nach ein paar Tagen des Hoffens, daß ihre Träume wahr würden, kam eine Gruppe Holzfäller zu den Bäumen. Als einer zum ersten Baum kam, sagte er:

„Das sieht wie ein kräftiger Baum aus, ich denke, daß ich ihn an einen Schreiner verkaufen kann.“ Und er begann, den Baum zu fällen.

Der Baum war glücklich, denn er wußte, daß der Schreiner aus ihm eine Schatztruhe machen würde.

Am zweiten Baum sprach einer der Holzfäller:

„Dies sieht wie ein starker Baum aus, ich sollte ihn an eine Werft verkaufen können.“

Der zweite Baum war glücklich, denn er wußte, daß er auf dem Weg war, ein mächtiges Schiff zu werden.

Als die Holzfäller zu dem dritten Baum kamen, wurde ihm bang, denn er wußte, daß seine Träume niemals wahr würden, wenn sie ihn fällten. Einer der Holzfäller sagte:

„Ich brauche nichts Bestimmtes von meinem Baum, also nehme ich diesen.“ Dann fällte er ihn.

Als der erste Baum in der Schreinerei ankam, wurde er zu einer Futterkrippe für Tiere verarbeitet. Danach stellte man ihn in einen Stall und füllte ihn mit Heu. Das war nicht das, wofür er gebetet hatte.

Der zweite Baum wurde zersägt und in ein kleines Fischerboot verarbeitet. Seine Träume, ein mächtiges Schiff zu sein und Könige zu tragen, fanden ein Ende.

Der dritte Baum wurde in lange Stücke geschnitten und allein in der Dunkelheit liegen gelassen.

Die Jahre vergingen und die Bäume vergaßen ihre Träume.

Dann eines Tages kamen ein Mann und eine Frau zu dem Stall. Sie gebar und sie legten das Kind in das Heu in der Futterkrippe, die aus dem ersten Baum gemacht war.

Der Mann wünschte, daß er dem Kind ein Bett hätte bauen können, doch diese Krippe mußte reichen. Der Baum konnte die Wichtigkeit dieses Ereignisses spüren und wußte, daß er den größten Schatz aller Zeiten hielt.

Jahre später stieg eine Gruppe Männer in das Fischerboot, das aus dem zweiten Baum gemacht war. Einer von ihnen war müde und legte sich schlafen.

Während sie auf dem Wasser waren, kam ein großer Sturm auf und der Baum glaubte nicht, daß er stark genug sei, die Männer zu schützen.

Die Männer weckten den schlafenden Mann und er erhob sich und rief „Frieden“ und der Sturm erstarb. Zu diesem Zeitpunkt wußte der Baum, daß er den König aller Könige in seinem Boot getragen hatte.

Schließlich kamen einige und holten den dritten Baum. Er wurde durch die Straßen getragen und die Menschen verspotteten den Mann, der ihn trug. Nachdem sie zum Stehen gekommen waren, wurde der Mann an den Baum genagelt und in die Luft aufgerichtet, um auf der Hügelspitze zu sterben.

Als der Sonntag kam, erkannte der Baum, daß er stark genug war, auf der Hügelspitze zu stehen und Gott so nah wie möglich zu sein.

Die Moral dieser Geschichte ist: Wenn Dinge nicht so zu verlaufen scheinen, wie Du es planst, dann wisse, daß, wenn Du Dein Ziel kennst, Du es auch erreichen wirst.

Wenn Du Dich entspannst, zuversichtlich bist, geschehen die Dinge. Jeder der Bäume bekam, was er sich vorgestellt hatte, aber nicht auf die Weise, wie sie dachten.