Eine Geschichte vom Umgang mit Geld

von einem Handzettel

Ein junger Mann wollte von Jesus wissen, was er tun müsse, um das ewige Leben zu gewinnen. Wenn er vollkommen sein wolle, antwortete Jesus, solle er hingehen, seinen Besitz verkaufen und das Geld den Armen geben. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen.

„Geld“ ist ein schillerndes Thema, auch in der Bibel. „Keiner von euch kann mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“, sagte Jesus einerseits. Auf der anderen Seite lobte er den klugen Diener, der das ihm anvertraute Geld verdoppelte.

Geld mache alles möglich, stellt der Prediger Salomo fest. Nein, ein treuer Freund sei mit Geld nicht zu bezahlen, sagt Jesus Sirach. Mit seinem Geld kann der Besitzer zunächst tun, was er will. Man kann zum Beispiel unermüdlich Gutes damit tun. Man kann aber an der Habsucht genauso geistlich scheitern, wie an der Unzucht. Wenn ich mit Geld alles tun kann, das Gute wie das Böse, dann brauche ich Weisheit, richtig damit umzugehen. Diese Weisheit gibt es – kostenlos.

Das böse Geld

Wer dem Geld nachjagt, der versündigt sich und bleibt nicht ungestraft. Wer sich vom Geld fesseln läßt, ist töricht und in eine Falle geraten. Die Habgierigen bereiten sich selbst viel Schmerzen und lassen sich von ihrem Glauben abbringen. Sie jagen nach Reichtum und wissen nicht, daß Mangel über sie kommen wird.

Niemand kann allein davon existieren, daß er viel Geld hat. Was würde es nützen, alles Geld der Welt zu gewinnen und doch Schaden an seiner Seele zu nehmen? Herr Jedermann bringt sich in Erinnerung.

Selbst für eine Kirche kann Geld böse Wirkungen haben. Die kleinasiatische Gemeinde von Laodicea wurde hart verurteilt: „Du behauptest, du seiest reich und wohlhabend und nichts fehle dir. Du weißt nicht, daß gerade du elend und erbärmlich bist, blind und nackt.“

Das gute Geld

Wer arbeitet, hat das erste Anrecht auf die Früchte seines Tuns. Der Segen des Herrn tut ein übriges und macht reich. Der Reiche arbeitet weiter und sammelt ein Vermögen. Dabei darf er auf keinen Fall die Vernunft verlieren, sonst raubt ihm sein voller Bauch die Ruhe des Schlafes. Denn es wäre besser, arm und gesund, als reich und nicht gesund zu sein.

Paulus schrieb seinem Mitarbeiter Timotheus: „Ermahne die, die in dieser Welt reich sind, nicht überheblich zu werden und ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich gibt, was wir brauchen. Sie sollen wohltätig sein, reich an guten Werken, freigiebig sein und was sie haben, mit anderen teilen. So sammeln sie sich einen Schatz als sichere Grundlage für die Zukunft, um das wahre Leben zu erlangen.“

Gottes Geld

„Mir gehört das Silber und mir das Gold“ sagt der Prophet Haggai von Gott. Alle Dinge kämen von Gott, heißt es am Anfang des Johannes-Evangeliums. Von Jesus Christus schreibt Paulus, alles sei durch ihn auf ihn hin geschaffen, Herrschaften, Mächte und Gewalten. Auch die Macht des Geldes? Deshalb heißt es auch, der Herr mache arm und mache reich. Abraham, der auch Gottes Freund genannt wird, war sehr reich. Der Herr segnete auch seinen Sohn Isaak. Dieser wurde reicher und reicher, bis er sehr wohlhabend war und beneidet wurde. Jakob, der Enkel Abrahams, ist überaus reich geworden, wie berichtet wird. Von Hiob schließlich, dem Gottesfürchtigen, heißt es, er sei reicher gewesen als alle anderen. Als er dann seinen Reichtum verlor, behielt er doch seine Gottesfurcht. Er sagte: „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, gelobt sei der Name des Herrn.“

Weil alles von Gott kommt, als anvertrautes Gut, muß Gott mehr wert sein als alles andere. Das Gleichnis von der Perle lehrt es: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders schöne Perle fand, verkaufte er alles, was er hatte, und kaufte sie.

Meine 10 Gebote für den Umgang mit Geld

Nr. 1: Ich soll nicht zwei Herren dienen. Niemand kann nämlich beiden dienen: Gott und dem Mammon.

Nr. 2: Das sollte immer meine Einstellung zum Geld bestimmen: Ich kann arm sein – und ich kann reich sein.

Nr. 3: Ich soll mich nicht in mein Geld verlieben, weil ich sonst nie genug davon bekomme. Auch ist es ratsam, übertriebenen Luxus zu meiden. Wer Geld liebhat, bleibt nicht ohne Sünde.

Nr. 4: Es ist gut, wenn ich mein Geld einsetze für den Bruder und Freund. Aber ich muß auf der Hut sein, dabei nicht hereinzufallen.

Nr. 5: Wenn mein Nächster in Not ist, soll ich ihm borgen. Habe ich selbst geborgt, will ich das Geborgte zurückgeben zur rechten Zeit.

Nr. 6: Vorsicht ist bei einer Bürgschaft geboten. Eine solche hat schon viele Vermögende zugrunde gerichtet.

Nr. 7: Mein Leben soll nicht von der Habsucht bestimmt sein, sondern von Tugenden wie Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld und Selbstbeherrschung. Geldgier dagegen bringt vom Glauben ab.

Nr. 8: Die Klugheit läßt mich daran denken, daß ich eines Tages meinen Besitz anderen überlassen muß. Erben nämlich, die das Los über das werfen, was ich mühsam erworben habe.

Nr. 9: Der ungerechte Mammon soll mir dazu helfen, Freunde zu erwerben und dadurch in die „ewigen Wohnungen“ aufgenommen zu werden, wenn es mit mir zu Ende geht.

Nr. 10: Ich soll freigiebig sein, denn Gott liebt einen fröhlichen Geber.