Mein Erlebnis mit Jesus

Erling Eichholz, Frieden für Sie (10/2015)

Februar 2000: Auf den schneebedeckten Bergen der Hohen Rhön in Bischofsheim tauschen sich rund hundert Christen an vier Tagen über ihre Arbeit in Film und Fernsehen aus. Es ist der vorletzte Tag des CFF-Forums, dieser jährlichen Konferenz christlicher Medien-Profis, da wird am Samstag noch ein Termin eingeschoben: Der Bonner Verleger Norman Rentrop tritt vor die versammelte Runde und kündigt an, einen christlichen Fernsehsender starten zu wollen.

Das Auditorium ist verblüfft. Mehr christliche Sendungen im deutschen Fernsehen ja, das wollten alle. Am liebsten ein regelmäßiges Format bei ARD oder ZDF – das war ein vielfach gehegter Traum. Aber ein ganzer Sender? Die Skepsis überwiegt.Ich selbst, seinerzeit Redakteur eines Medienfachblatts, fuhr am nächsten Tag mit einem Herzen voll Hoffnung zurück nach Hamburg. Seit 15 Jahren in christlicher Radio- und TV-Arbeit engagiert, hatte ich schon lange so etwas ersehnt. Am nächsten Abend berichtete ich einem Freund, der beim CFF-Forum nicht dabei sein konnte, bei einer Pizza von den Plänen Rentrops. Aber der dämpfte meine Begeisterung: Den geplanten digitalen Kanal könnte ja kaum jemand empfangen.

Am anderen Morgen wachte ich deprimiert auf. Auf einmal sah alles düster aus. Frustriert stand ich auf, und dann – mitten im Flur – passierte es: Ich sah den künftigen christlichen Sender klar vor mir. Es war ein bildlicher Eindruck voll Geschlossenheit und Klarheit, der gewissermaßen auf mich herabkam, ganz konträr zu meiner vorherigen Gemütsverfassung.

In dem Haus, das ich sah, war das Auffallendste ein großes, einladendes Zimmer mit einer warmen Atmosphäre. Obwohl ich niemanden darin entdeckte, wusste ich: Das war das Wohnzimmer der Liebe Gottes. Das immerwährende Kaminfeuer darin stand für den 24-stündigen Videostrom des Fernsehsenders. Dieser Strom war die gebende Liebe des Vaters im Himmel, die sich ständig verströmt, unabhängig ob jemand dazukommt oder ob jemand das Programm einschaltet oder nicht.

Dann fiel mir etwas Zweites auf: Menschen, die von diesem Fernsehstrom der Liebe angerührt wurden, kamen in Bewegung. Wie Kinder, die etwas Neues gelernt haben, wurden sie selber aktiv. Sie erzählten begeistert von ihrer neugewonnenen Überzeugung, fragten nach, forderten mehr Informationen und wollten wiederum anderen etwas vermitteln. Aber diese Bewegung spielte sich in einem anderen Raum ab.

Erst später, als ich darüber nachdachte, verstand ich den Sinn der Aufteilung: Das erste Zimmer stand für den Fernsehsender, der mit seinem Programm auf die Zuschauer zugeht. Der zweite Raum diente dem Annehmen und Bedienen der vielfachen Anfragen von Seiten der Zuschauer. Es war eher ein Informations-Center, so wurde mir klar. Um die unterschiedlichen Aufgaben optimal zu bedienen, hatte jeder der beiden Bereiche seinen eigenen Raum. Trotzdem waren beide Zimmer in einem Haus, unter dem gemeinsamen Dach der Liebe Gottes.

Gleichzeitig wurde mir klar, dass ein kleiner Sender unmöglich allein die zahlreichen Bedürfnisse der angesprochenen Zuschauer bedienen kann. Dazu waren die Kompetenzen vieler notwendig. Aber dann hatte ich eine tröstliche Eingebung: Viele, die das gleiche Herz haben, werden sich in das Netzwerk einbinden lassen. Und der Sender wird auch bei solchen, die nicht direkt das christliche Ziel verfolgen, Unterstützung finden.

Im Rückblick sehe ich heute, dass sich vieles aus der Vision bereits verwirklicht hat. Seit dem Start von Bibel TV im Oktober 2002 nimmt das Programm, der Videostrom der Liebe Gottes, ständig an Kraft zu und gewinnt immer mehr Zuschauer. Es hat sich ein beeindruckendes Netzwerk an Programmpartnern entwickelt. Ja – und Menschen sind in Bewegung geraten: Über 4.000 Anfragen und Reaktionen erreichen die Zuschauerredaktion monatlich. Die neuen Online-Anwendungen (Website, Mediathek, mobile Online-Nutzung) und Social Media (Facebook, Twitter) werden in steigendem Maße aktiv genutzt.

Ich selbst wurde mit meinem Wechsel 2009 von dem Medienfachmagazin zu Bibel TV gewissermaßen auch ein Teil der Vision. Ich danke Jesus für seine wunderbare Führung durch den Heiligen Geist.

Der Autor:
Erling Eichholz
Der 71-Jährige ist bei Bibel TV verantwortlicher Redakteur für den Pressebereich und Mitarbeiter beim Programmheft.