Sorbischer Reisesegen / Knjezowy jandzel

Des Herren Engel begleite Dich mit Seinem Segen,
des Herren Engel begleite Dich auf allen Wegen.
In der Fremde, daheim, in Begleitung, allein,
immerfort und in Ewigkeit.

Des Herren Engel begleite Dich mit Seinem Segen,
des Herren Engel begleite Dich auf allen Wegen.
Ob in Frieden, im Streit, ob in Freud oder Leid,
immerfort und in Ewigkeit.

Des Herren Engel begleite Dich mit Seinem Segen,
des Herren Engel begleite Dich auf allen Wegen.
Wo Du gehst oder stehst, wo Du eilst oder weilst,
immerfort und in Ewigkeit.

Prof. Günter Schwarze – deutscher Komponist und Hochschullehrer (*1949), frei nach dem Reisesegen aus der Volksliedsammlung von Leopold Haupt (1797-1883) und Jan Arnošt Smoler (1816-1884), zwei Bände (1841/43), Zitateheft 2017

Selig sind die Humorvollen und Weisen

Selig die, die über sich selbst lachen können; sie werden immer genug Unterhaltung finden.
Selig die, die einen Berg von einem Maulwurfhügel unterscheiden können; sie werden sich viel Ärger ersparen.
Selig die, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden.
Selig die, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen.
Selig die, die intelligent genug sind, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen; sie werden von ihren Mitmenschen geschätzt werden.
Selig die, die aufmerksam sind für die Winke der anderen, ohne sich für unersetzlich zu halten; sie werden viel Freude säen.
Selig die, die lächeln können und kein böses Gesicht machen; ihre Wege werden von der Sonne beschienen sein.
Selig die, die fähig sind, das Verhalten der anderen mit Wohlwollen zu interpretieren; sie werden zwar für naiv gehalten werden, aber das ist der Preis der Liebe.
Selig die, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden im Leben sehr weit kommen.
Selig die, die denken, bevor sie handeln, und beten, ehe sie denken; sie werden eine Menge Dummheiten vermeiden.
Selig die, die lächeln und schweigen können, auch wenn man ihnen das Wort abschneidet oder auf die Zehen tritt; sie sind dem Geist des Evangeliums sehr nahe.
Selig die, die den Herrn in allen Wesen erkennen und lieben; sie werden Licht und Güte und Freude ausstrahlen.

Urban Camenzind-Herzog – Schweizer Diakon, Mitglied des Projektteams „Wege erwachsenen Glaubens“ (*1949), nach einer Vorlage der Kleinen Schwestern von Paris, aus „Die Alternative“ (1994), Zitateheft 2017

Morgengebet

Gott, zu Dir rufe ich in der Frühe des Tages.
Hilf mir beten und meine Gedanken sammeln zu Dir;
ich kann es nicht allein.

In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht;
ich bin einsam, aber Du verläßt mich nicht;
ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist die Geduld;
ich verstehe Deine Wege nicht, aber Du weißt den Weg für mich.

Vater im Himmel, Lob und Dank sei Dir für die Ruhe der Nacht,
Lob und Dank sei Dir für den neuen Tag.
Lob und Dank sei Dir für alle Deine Güte und Treue in meinem vergangenen Leben.
Du hast mir viel Gutes erwiesen, laß mich nun auch das Schwere aus Deiner Hand hinnehmen.
Du wirst mir nicht mehr auflegen, als ich tragen kann.
Du läßt Deinen Kindern alle Dinge zum Besten dienen. (…)

Herr, was dieser Tag auch bringt, Dein Name sei gelobt.
Amen

Dietrich Bonhoeffer – deutscher evangelischer Theologe (Bekennende Kirche) und Widerstandskämpfer (1906-1945), aus „Gebete für Gefangene: Morgengebet“ (November 1943), erschienen in „Widerstand und Ergebung“ („Dietrich Bonhoeffers Werke“, Band 8, S. 205, 1977), Zitateheft 2017

Gebet bei Krankheit

Lieber himmlischer Vater, ein neuer Tag beginnt.
Gib mir neue Kraft und Geduld.
Tröste mich durch Dein Wort.
Erquicke mich in meiner Mattigkeit.
Sei Du bei mir, wenn Schmerzen kommen und ich mutlos werde.
Lass mich den Tag bestehen und dankbar annehmen,
was Menschen mir Gutes erweisen.
Du bist mein Vater, Dir vertraue ich mich an.

christliches Krankengebet

Gemeinschaft

Gott Heiliger Geist, schenke mir Brüder, mit denen ich im Glauben und Gebet Gemeinschaft habe, mit denen ich alles tragen kann, was mir auferlegt ist.

Dreieiniger Gott, mache mein Herz fest und gründe es allein auf Dich und Deine Hilfe. Dann ist mir geholfen und ich will Dir in Ewigkeit danken. Amen

Dietrich Bonhoeffer – deutscher evangelischer Theologe (Bekennende Kirche) und Widerstandskämpfer (1906-1945), aus seiner Predigt zu Psalm 42 (2. Juni 1935), erschienen in „Dietrich Bonhoeffers Werke“ (Band 14, S. 854 f, 1996)

Das Vaterunser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Die Bibel, Matthäus 6,9-13 – am weitesten verbreitetes Gebet des Christentums, derzeitige ökumenische Fassung (1971), Zitateheft 2017

Segen

Der Herr segne Dich und sei Dir nahe.
Er erfülle Dir die geheimen Wünsche Deines Herzens.
Der Herr vermehre Weisheit und Gnade bei Dir
und beschenke Dich mit viel Erkenntnis.

Der Herr segne Dich
und befreie Dich von aller Versuchung zur Sünde
und rüste Dich aus mit dem Geist des Gebets,
daß Du ohne Aufhören betest
und ständig die Nähe des Herrn, Deines Gottes, suchst.

Der Herr segne Dich mit Freude,
daß Dein Herz zum Lobe Gottes singt
und ihm Dank bringt für alles,
einerlei, wie die Umstände auch sein mögen.

Der Herr segne Dich heute mit etwas Kostbarem,
das Du als Seine Gabe erkennst,
als Antwort auf diesen Segen.

Der Herr hebe Sein Angesicht auf Dich
und gebe Dir Seinen tiefen Frieden.

Segensgebet – Zitateheft 2016

Werkzeug des Friedens

Herr, mach mich zum Werkzeug Deines Friedens:
Daß ich Liebe bringe, wo man sich haßt.
Daß ich Versöhnung bringe, wo man sich kränkt.
Daß ich Einigkeit bringe, wo Zwietracht ist.
Daß ich die Wahrheit bringe, wo Irrtum herrscht.
Daß ich den Glauben bringe, wo Zweifel quält.
Daß ich die Hoffnung bringe, wo Verzweiflung droht.
Daß ich das Licht bringe, wo Finsternis waltet.
Daß ich die Freude bringe, wo Traurigkeit ist.

französisches Friedensgebet-  erstmals abgedruckt im Magazin „La Clochette“ 1912, Zitateheft 2016

Tag voll Freude

Der Tag sei Dir freundlich und die Nacht Dir wohlgesonnen.
Die starke Hand eines Freundes möge Dich halten, und Gott möge Dein Herz erfüllen mit Freude und glücklichem Sinn.

Segensspruch

Segenswunsch

Mögest Du schon am Morgen der Hilfe des Himmels gewiß sein und über den Tag in der Sicherheit leben, den rechten Weg zu gehen.

aus Irland

Segen

All Dein Tun und Lassen
Sei dem Herrn anheim gestellt.
Er führt Dich auf rechter Straßen
Und mach mit Dir wie’s ihm gefällt.
Er schenke Dir zur Arbeit rechten Fleiß,
Er lehre Dich, was Du nicht weißt,
Er zeige Dir, was Du nicht siehst,
Er leite Dich, wohin Du gehst.
So segne Dich der Allmächtige Gott, der Vater, Sohn und Heil’ge Geist.

Hamburg 1684 – Zitateheft 2015

Welt in Frieden

Eine Welt im Gebet ist eine Welt in Frieden.

Al Scalpone – amerikanischer Schriftsteller und Werbetexter (1913-2000), Zitateheft 2015

Gebet für unser Haus

Gott, unser himmlischer Vater, wir beten, daß Du die Tür dieses Hauses weit genug öffnest, um alle aufzunehmen, die menschliche Liebe und Gemeinschaft und die Fürsorge eines Vaters benötigen, aber schmal genug, um allen Neid, Stolz und Mangel an Liebe auszusperren.
Hier möge der Verführte Hilfe finden, der Trauernde Trost erhalten und der Büßer deiner Gnade versichert werden; und hier mögen alle unsere Kinder ihre Stärke erneuern und auf ihrem Weg in Hoffnung und Freude gehen, durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Thomas Ken – englischer anglikanischer Geistlicher, 1685-91 Bischof von Bath & Wells (1637-1711), Zitateheft 2014

Befreiung

Niemand beklage seine Armut, denn das Reich ist allen erschienen.
Niemand beweine seine Schuld, denn Vergebung leuchtet vom Grabe.
Niemand fürchte den Tod, denn des Erlösers Tod hat uns befreit.

Johannes Chrysostomos – eigentlich Johannes von Antiochien, griechischer Kirchenlehrer, 398-407 Erzbischof von Konstantinopel (344 oder 349-407), aus der Osterpredigt, Zitateheft 2016

Gebet

Das Gebet ist eine Himmelsleiter, auf welcher wir hinauf gen Himmel steigen, und die heiligen Engel mit uns wieder herab.

Johann Arndt – lutherischer Theologe, Wegbereiter des Pietismus (1555-1621), aus „Paradiesgärtlein voller christlicher Tugend“, 1612

Der Herr ist vor Dir

Der Herr ist vor Dir und leitet Dich,
Er ist hinter Dir und schützt Dich,
Er ist unter Dir und trägt Dich,
Er ist über Dir und segnet Dich,
Er ist in Dir, daß Geist, Seele und Leib
Ihm recht dienen und seinen Namen heiligen.

So segne Dich der dreieinige Gott,
Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.

Segen

Segenslied

Möge Gott mich beschützen, möge Gott mich erfüllen,
möge Gott mich bewahren und behüten.

Möge Gott mich in das Land des Friedens bringen,
in das Reich des Königs, zum ewigen Frieden.

Lob sei dem Vater, Lob sei dem Sohn, Lob sei dem Heiligen Geist,
dem dreieinigen Gott.

Amen.

keltisches Segenslied

Segen

Möge Dein Weg Dir freundlich entgegenkommen,
möge der Wind Dir den Rücken stärken.
Möge die Sonne Dein Gesicht erhellen und der
Regen um Dich her die Felder tränken.
Und bis wir beide, Du und ich, uns wieder sehen,
möge Gott Dich schützend in seiner Hand halten.

Gott möge bei Dir auf Deinem Kissen ruhen.
Deine Wege mögen Dich aufwärts führen,
freundliches Wetter begleite Deinen Schritt.
Und mögest Du längst im Himmel sein,
wenn der Teufel bemerkt, daß Du nicht mehr da bist.

alter irischer Reisesegen – Zitateheft 2014

Für jeden neuen Tag

Für jeden neuen Tag
einen neuen Gedanken
für Dich und von Dir –

für jeden neuen Tag
ein gutes Wort
für Dich und von Dir –

für jeden neuen Tag
ein fröhliches Lachen
für Dich und von Dir –

an jedem neuen Tag
das Wissen geborgen zu sein
in dem, der Dich liebt –

das schenke Dir Gott.

Wilma Klevinghaus – deutsche Dichterin und Autorin (*1924), Zitateheft 2013

Irischer Segen

Die Straße komme Dir entgegen
der Wind stärke Dir den Rücken
die Sonne scheine warm in Dein Gesicht
der Regen falle sanft auf Deine Felder
und bis wir uns wiedersehen
berge Dich Gott in der Tiefe seiner Hand.

irischer Segen – Zitateheft 2013

Segen

Ich wünsche Dir keinen Pfad frei von Wolken,
Noch ein Leben auf einem Bett aus Rosen,
nicht, daß Du niemals bedauern mußt,
noch, daß Du niemals Schmerz fühlen sollst.
Nein, das ist nicht mein Wunsch für Dich.
Mein Wunsch für Dich ist:
Daß Du mutig sein mögest, in Zeiten, in denen Du auf die Probe gestellt wirst,
wenn Dir andere Kreuze auf die Schultern legen.
Wenn Berge erklimmt und Abgründe überquert werden müssen;
wenn Hoffnung nur spärlich durchscheint.
Daß jede Gabe, die Gott Dir gab mit Dir wachsen möge.
Und Dich die Gabe der Freude an alle weitergeben läßt, denen Du wichtig bist.
Daß Du immer einen Freund haben mögest, der diesen Namen verdient hat.
Dem Du vertrauen kannst,
und der Dir in Zeiten der Traurigkeit hilft.
Der den Stürmen des täglichen Lebens an Deiner Seiten trotzt.
Einen Wunsch habe ich noch für Dich:
Daß Du in jeder Stunde voll Glück und Schmerz Gott nah bei Dir fühlen mögest
Das ist mein Wunsch für Dich und alle, Die sich um Dich sorgen.
Das ist meine Hoffnung für Dich, jetzt und für immer.

irischer Segen – Zitateheft 2013

Neujahrswünsche

Immer dann, wenn die Liebe nicht ganz reicht, wünsche ich Dir Großherzigkeit.

Immer dann, wenn Du verständlicherweise auf Revanche sinnst, wünsche ich Dir Mut zum Verzeihen.

Immer dann, wenn sich bei Dir das Mißtrauen rührt, wünsche ich Dir einen Vorschuß an Vertrauen.

Immer dann, wenn Du mehr haben willst, wünsche ich Dir die Sorglosigkeit der Vögel des Himmels.

Immer dann, wenn Du Dich über die Dummheit anderer ärgerst, wünsche ich Dir ein herzhaftes Lachen.

Immer dann, wenn Dir der Kragen platzt, wünsche ich Dir tiefes Durchatmen.

Immer dann, wenn Du gerade aufgeben willst, wünsche ich Dir Kraft zum nächsten Schritt.

Immer dann, wenn Du Dich von Gott und der Welt verlassen fühlst, wünsche ich Dir eine unverhoffte Begegnung, ein Klingeln an der Haustür.

Immer dann, wenn Gott für Dich weit weg scheint, wünsche ich Dir Seine spürbare Nähe.

gesehen in der Kirche in Lech, Österreich – Zitateheft 2012

Es kommt nicht darauf an…

Es kommt nicht darauf an, geliebt zu werden, sondern zu lieben.

Es kommt nicht darauf an, zu genießen, sondern zu schenken.

Es kommt nicht darauf an, sich durchzusetzen, sondern sich einzusetzen.

Es kommt nicht darauf an, den Frieden zu erwarten, sondern Frieden zu schaffen.

Es kommt nicht darauf an, was die Menschen von mir denken, sondern was Gott von mir denkt.

Es kommt nicht darauf an, alles zu erkennen, sondern das Erkannte zu tun.

wird Martin Luther King jr. zugeschrieben – amerikanischer Bürgerrechtler und Pastor, Friedensnobelpreis 1964  (1929-1968), Zitateheft 2012

Segen

Gott, unser Vater im Himmel sei über Dir und bewahre Dich auf den Wegen Deines Lebens.

Jesus Christus, unser Heiland und Herr, sei neben Dir und stärke Dich auf den Wegen Deines Lebens.

Der Heilige Geist, Gottes Kraft, sei in Dir und schenke Dir ein fröhliches Herz auf den Wegen Deines Lebens.

So segne Dich der dreieinige Gott, der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist.

Heino Masemann – evangelischer Pastor (*1961), Segenswort der Expowal-Gottesdienste (Hannover), Zitateheft 2011

Segen

Der Herr sei vor Dir um Dir den rechten Weg zu zeigen.

Der Herr sei neben Dir um Dich in die Arme zu schließen und Dich zu beschützen gegen Gefahren von links und von rechts.

Der Herr sei hinter Dir, um Dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.

Der Herr sei unter Dir; um Dich aufzufangen, wenn du fällst; um Dich aus der Schlinge zu ziehen.

Der Herr sei in Dir, um Dich zu trösten, wenn Du traurig bist.

Der Herr sei um Dich herum, um Dich zu verteidigen, wenn andere über Dich herfallen.

Der Herr sei über Dir, um Dich zu segnen.

aus dem Evangelischen Johannesstift in Berlin

Irischer Reisesegen – ein Lied

1. Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in Deinen Rücken sein; sanft falle Regen auf Deine Felder, und warm auf Dein Gesicht der Sonnenschein.

Ref.: Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.

2. Führe die Straße, die Du gehst, immer nur zu Deinem Ziel bergab; hab´, wenn es kühl wird, warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.

Ref.: Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.

3. Hab´ unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot; sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot.

Ref.: Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.

4. Bis wir uns ´mal wieder sehen, hoffe ich, daß Gott Dich nicht verläßt, er halte Dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust Dich nicht zu fest.

Ref.: Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand, und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.

aus Irland

Alter irischer Reisesegen

Möge Dein Weg Dir freundlich entgegenkommen,
möge der Wind Dir den Rücken stärken.

Möge die Sonne Dein Gesicht erhellen und der
Regen um Dich her die Felder tränken.

Und bis wir beide, Du und ich, uns wieder sehen,
möge Gott Dich schützend in seiner Hand halten.

Gott möge bei Dir auf Deinem Kissen ruhen.
Deine Wege mögen Dich aufwärts führen,
freundliches Wetter begleite Deinen Schritt.

Und mögest Du längst im Himmel sein,
wenn der Teufel bemerkt, daß Du nicht mehr da bist.

alter irischer Reisesegen

Afrikanischer Segen

Der Herr segne Dich.
Er erfülle Deine Füße mit Tanz und Deine Arme mit Kraft.
Er erfülle Dein Herz mit Zärtlichkeit
und Deine Augen mit Lachen.
Er erfülle Deine Ohren mit Musik
und Deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle Deinen Mund mit Jubel
und Dein Herz mit Freude.
Er schenke Dir immer neu die Gnade der Wüste:
Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.
Er gebe uns allen immer neu die Kraft
der Hoffnung ein Gesicht zu geben.
Es segne Dich der Herr.

aus Afrika – Zitateheft 2010

Gebete

Deine Gebete werden im Himmel alle aufbewahrt, und werden sie auch nicht sogleich erhört, so werden sie nicht vergessen.

Charles Haddon Spurgeon – englischer Baptistenpastor (1834-1892), aus „Morning and Evening: Daily Readings“ (1866), Zitateheft 2016

Weihnachten

Was ist Weihnachten? Es ist Zärtlichkeit für die Vergangenheit, Mut für die Gegenwart, Hoffnung für die Zukunft. Es ist ein glühender Wunsch, daß jede Tasse mit reichem und ewigem Segen überfließen und daß jeder Weg zum Frieden führen möge.

wird Agnes M. Pharo zugeschrieben – amerikanische Autorin (1904-1985)

Irischer Reisesegen

Möge die Straße Dir entgegeneilen,
möge der Wind immer in deinem Rücken sein.
Möge die Sonne warm auf dein Gesicht scheinen
und der Regen sanft auf deine Felder fallen.
Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich im Frieden seiner Hand.

aus Irland

Wurzel aller Schwierigkeiten

Ich konnte als Wurzel aller Schwierigkeiten die Vernachlässigung des Gebets ausmachen. Der erste Schritt zur Erneuerung der Gesellschaft muß mit dem Gebet beginnen.

Mutter Teresa – eigentlich Agnes Gonxha Bojaxhiu, indische Ordensgründerin albanischer Herkunft, Friedensnobelpreis 1979 (1910-1997)

Meditation zum Weihnachtsfest

Gott wird Mensch.
Der Mensch nicht Gott.
Die Menschenordnung bleibt
und bleibt verpflichtend.
Aber sie ist geweiht.
Laßt uns dem Leben trauen,
weil diese Nacht das Leben bringen mußte.
Laßt uns dem leben trauen,
weil wir es nicht allein zu leben haben,
sondern Gott es mit uns lebt.

Pater Alfred Delp SJ – deutscher Jesuit (1907-1945), aus „Vigil von Weihnachten“, geschrieben in der Haftanstalt Tegel; in: Gesammelte Schriften 4, Frankfurt am Main 1985, S. 194 f.

Gebet

Niemand unter den Sterblichen ist so groß, daß er nicht in ein Gebet eingeschlossen werden könnte.

Bertolt Brecht – deutscher Schriftsteller und Dramatiker (1898-1956), Zitateheft 2004

Weihnachtswunder

Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
daß ein hilfloses Kind unser aller Helfer wird.

Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
daß in die Dunkelheit der Erde die Sonne scheint.

Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
daß traurige Leute ganz fröhlich werden können.

Das ist das Wunder der Heiligen Nacht:
Das Kind nimmt unser Leben in seine Hände,
um es niemals wieder loszulassen.

Friedrich von Bodelschwingh – deutscher evangelischer Theologe und Gründer der Anstalten Bethel, Sarepta und Nazareth (1831-1910), Zitateheft 2009

Irischer Segen

Geh vorsichtig, wenn Du hierher kommst denn Gott ist hier vor Dir.
Geh bescheiden, wenn Du hierher kommst denn zwei oder drei sind versammelt.
Geh sanft, wenn Du hierher kommst denn der Geist könnte sprechen in der Stille dieses Ortes.

aus Irland

Gebet um Geschwisterliebe

Vater! Ich liebe meine Schwestern und Brüder. Ich liebe sie, weil Du sie liebst. Ich liebe sie, obwohl sie Fehler haben und Fehler machen.

Vater! Ich vergebe ihnen, wo sie sich gegen mich gewandt haben. Ich bitte für mich selbst im Namen Jesu um Vergebung, wo ich sie nicht liebte, wo ich mich von ihnen absetzte, wo ich sie verurteilte, wo ich verächtlich dachte oder redete.

Herr Jesus Christus! Ich will mein Herz, meine Gedanken und meine Mund bewahren, daß sie nichts Negatives und Zerstörerisches denken und sagen über meine Geschwister. Negatives über andere erzähle ich nicht mehr wieder. Und wo ich von Unsegen höre, soll das von nun an Anlaß sein zu vergeben, zu segnen und zu lieben.

Heiliger Geist! Erfülle mich mit Deiner Liebe. Laß mich davon überfließen. Nur durch Dich wird unter uns das Wunder von Liebe und Einheit wahr.

Amen.

Gebet aus England zur Zeit der Erweckung im 18. Jahrhundert

Alter irischer Segen

Ich wünsche Dir, daß jede Gabe, die Gott Dir geschenkt hat, wachsen möge mit den Jahren.
Daß sie Dir dazu diene, die Herzen derer, die Du liebst, mit Freude zu erfüllen.
Daß Du in jeder Stunde einen Freund hast, der der Freundschaft wert ist.
Dem Du vertrauend die Hand reichen kannst, wenn es schwer wird.
Mit dem Du den Stürmen trotzen kannst.
Und daß in jeder Stunde der Freude und des Leides das freudebringende Lächeln des Gotteskindes mit Dir sei und daß Du in der Nähe Gottes bleibst!

irischer Segen – Zitateheft 2009

Gemeindesegen

Segne, Herr, Deine Gemeinde, alle Menschen, die hier ein- und ausgehen, für kurze Zeit oder auf Dauer, daß wir einander Heimat schenken.

Segne, Herr, unsere Liebe, daß die Umarmung nicht zur Umklammerung und die gereichte Hand nicht zur Fessel wird.

Segne, Herr, unsere Träume und Sehnsüchte, daß sie nicht blind machen für die Wirklichkeit Deines Lebens.

Segne, Herr, unsere Schwächen, daß sie anderen nicht zum Unheil werden.

Segne, Herr, unseren guten Willen, daß er nicht in Selbstgefälligkeit ausartet.

Segne, Herr, unseren Frieden, daß er die Unruhe Deines lebendigen Geistes in uns nicht erstickt.

Segne, Herr, unseren Tod, damit wir nicht aus Furcht vor ihm das Leben verlieren, sondern ihn im Herzen tragen als eine willkommene letzte Brücke zu Dir.

Segne Du uns, Herr, und behüte uns. Laß Dein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Erhebe Dein Angesicht über uns und schenke uns Deinen Frieden.

auf Basis eines Segens in einem Altersheim in Wuppertal, überarbeitet für Gemeindezwecke

Hilf mir, Herr

Hilf mir, Herr,
die Verworrenheit der Dinge
durch die Klarheit des Glaubens zu lichten.
Und was auf mir lastet,
durch die Kraft des Vertrauens zu verwandeln.
Daß ich von Dir geliebt bin,
ist Antwort auf jede Frage.
Gib, daß mich diese Antwort sicher macht,
wenn das Weitergehen schwer fällt.

Romano Guardini – italienisch-deutscher Philosoph und Theologe (1885 – 1968), Zitateheft 2006

Schöpfung

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.

Die Bibel, Genesis 1-4 (LUT) – Zitateheft 2005

Vertrauen in Gott

Deshalb bin ich auch ganz sicher, daß Gott sein Werk, das er bei euch begonnen hat, zu Ende führen wird, bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus wiederkommt.

Die Bibel, Philipper 1,6 (HFA)

Friedenstiften

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
daß ich liebe, wo man haßt;
daß ich verzeihe, wo man beleidigt;
daß ich verbinde, wo Streit ist;
daß ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
daß ich Glaube bringe, wo Zweifel droht;
daß ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
daß ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
daß ich Freude bringe, wo Kummer wohnt;
Herr, laß mich trachten, nicht, nicht das ich getröstet werde, sondern das ich tröste;
nicht das ich verstanden werde, sondern daß ich verstehe;
nicht, daß ich geliebt werde, sondern daß ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergißt, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Souvenir Normand (1912) – wird Franz von Assisi zugeschrieben, italienischer Ordensgründer (1181-1226), Zitateheft 2003

Gebet

Das Gebet ersetzt keine Tat, aber das Gebet ist eine Tat, die durch nichts ersetzt werden kann.

Hans von Keler – evangelischer Geistlicher, 1979-88 württembergischer Landesbischof (*1925), Zitateheft 2003

Gebet

Auch wenn ich im kirchlichen Raum für Stiftungen werbe, weil sie die Erfüllung des christlichen Auftrags auf eine finanziell stabile Grundlage stellen, ist mir dieser Gedanke wichtig: Ein üppiges Stiftungskapital kann das Gebet nicht ersetzen.

Axel Freiherr von Campenhausen – deutscher Kirchenrechtler, 1996-2002 Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Stiftungen (*1934), Zitateheft 2003

Irischer Reisesegen

Den tiefen Frieden im Rauschen der Wellen wünsche ich Dir.
Den tiefen Frieden im schmeichelnden Wind wünsche ich Dir.
Den tiefen Frieden über dem stillen Land wünsche ich Dir.
Den tiefen Frieden unter den leuchtenden Sternen wünsche ich Dir.
Den tiefen Frieden vom Sohne des Friedens wünsche ich Dir.

aus einer Sammlung von irischen Segen – Zitateheft 2007

Willkommen im Leben

Es ist ein Wunder, sagt das Herz.
Es ist eine große Verantwortung, sagt der Verstand.
Es ist viel Sorge, sagt die Angst.
Es ist eine enorme Herausforderung, sagt die Erfahrung.
Es ist das größte Glück, sagt die Liebe.
Es ist unser Kind, sagen wir. Einzigartig und Kostbar.
Willkommen im Leben.

Segenswunsch zur Geburt – Zitateheft 2008

Gebetshaltung

Es kommt beim Beten nicht darauf an, daß es lange dauert. Ein Augenblick am Morgen, dem Gebete geschenkt, kann uns mit Geistesnahrung für den ganzen Tag versehen. Aber dies Gebet muß mehr Sache des Herzens als des Verstandes, weniger Arbeit der Vernunft als Bewegung des Willens sein und fordert viel Glauben und Liebe und wenig künstlich zurechtgelegtes Nachdenken.

Francois de Salignac de la Mothe-Fénelon – französicher Geistlicher und Schriftsteller (1651-1715), Zitateheft 2008

Der Hirte

Ein Hirte saß bei seiner Herde am Ufer des großen Flusses, der am Rande der Welt fließt. Wenn er Zeit hatte und über den Fluß schaute, spielte er auf seiner Flöte. Eines Abends kam der Tod über den Fluß und sagte: Ich komme, um Dich nach drüben mitzunehmen. Hast Du Angst? Warum Angst? fragte der Hirte. Ich habe immer über den Fluß geschaut. Ich weiß, was drüben ist. Und als der Tod ihm die Hand auf die Schulter legte, stand er auf und fuhr mit ihm über den Fluß, als wäre nichts. Das andere Ufer war ihm nicht fremd, und die Töne seiner Flöte, die der Wind hinübergetragen hatte, waren noch da.

Der Glaube bleibt, sagt die Bibel. Die Hoffnung und die Liebe bleiben.

Und die Legende von dem Hirten meint: Was in uns zu klingen angefangen hat, das nimmt der Wind über den Fluß. Die Liebe vor allem ist da, wenn wir ankommen, und macht uns das andere Ufer vertraut.

Denn Gott, sagt Jesus, ist nicht ein Gott von Toten, sondern von lebendigen Wesen auf allen Ebenen der Wirklichkeit. Und wenn auch seine Gedanken nicht die unseren sind und seine Wege uns nicht vertraut, dann glauben wir doch seinen Gedanken und vertrauen uns seinen Gedanken an.

In Ihm werden wir auferstehen, und die fremde, ferne Welt, die wir heute noch das „Jenseits“ nennen, wird uns aufnehmen wie eine Heimat.

Inzwischen gehen wir auf dem Weg, der uns zugewiesen ist. Wir gehen unter einem weiten Himmel und sind hier zu Hause und überall, wohin unser Schritt führt.

Vor uns ist das Licht. Alle Dunkelheit wird eines Tages hinter uns sein.

Gott sagt: Zieh in Freude aus. Ich will Dich in Frieden leiten. In der Freiheit meiner Kinder kommst Du zum Ziel, und in meinem Licht wirst Du vollendet werden.

Es ist ein Weg da. Geh ihn. Ich bin bei Dir.

Legende, nacherzählt von Dr. Jörg Zink – deutscher Theologe und Schriftsteller, Predigtpreis 2004 (1922-2016)

Kindersegen

Mein Wunsch für Dich ist:
Deine Gaben sollen wachsen mit den Jahren.
Gott hat sie Dir geschenkt,
und sie sollen die Herzen derer,
die Du liebst, mit Freude erfüllen.
Und in jeder Stunde der Freude und des Leides
wird Gott mit Dir sein, Dich segnen;
und Du mögest in seiner Nähe bleiben.

irischer Segensspruch – Zitateheft 2008

Glaubenszeugnis

Ich glaube, daß Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, daß Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, daß Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern daß er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Dietrich Bonhoeffer – deutscher evangelischer Theologe (Bekennende Kirche) und Widerstandskämpfer (1906-1945), Zitateheft 2008

Segen zum Geleit

Im übrigen meine ich daß Gott uns das Geleit geben möge
Immerdar
Auf unserem langen Weg zu unserer Menschwerdung
Auf dem endlos schmalen Pfad zwischen Gut und Böse
Herzenswünschen und niedrigen Spekulationen
Er möge uns ganz nahe sein in unserer Not
Wenn wir uns im dornigen Gestrüpp der Wirklichkeit verlieren
Er möge uns in den großen anonymen Städten wieder an die Hand nehmen damit wir seiner Fantasie folgen können
Und auf dem weiten flachen Land wollen wir ihn auf unseren Wegen erkennen
Er möge uns vor falschen Horizonten und dunklen Abgründen bewahren
So daß wir nicht in Richtungen wandern die uns im Kreise und an der Nase rumführen
Er möge unseren kleinen Alltag betrachten den wir mal recht mal schlecht bestehen müssen
Die 12 Stunden Unrast und die 12 Stunden Ruhe vor dem Sturm
Er hat den Tag und die Nacht geschaffen
Hat auch den Alltag gemacht und den Schlaf
Die 12 Stunden eilen und kümmern und laufen
Und sorgen und streiten und ärgern und schweigen
Und die 12 Stunden ausruhen und nichts mehr sehen und hören
Gott hat auch den Traum und das tägliche Leben geschaffen
Und er möge uns die vielen Streitigkeiten von morgens bis abends verzeihen
Das Hin und Herlaufen zwischen den vielen Fronten
Und all die Vorwürfe die wir uns gegenseitig machen
Möge er in herzhaftes Gelächter verwandeln und unsere Bosheiten in viele kleine Witze auflösen
Wir bitten ihn Zeichen zu setzen und Wunder zu tun daß wir von all unseren Schuldzuweisungen ablassen und jedwedem Gegner ein freier Gastgeber sind
Er möge uns von seiner Freiheit ein Lied singen auf daß wir alle gestrigen Vorurteile außer Kraft und alle Feindseligkeiten außer Gefecht setzten
Er möge uns von seiner großen zeitlosen Zeit ein paar Stunden abgeben
Und – Er kann gewiß nicht überall sein –
Er möge in unsere Stuben kommen und unsere Habseligkeiten segnen unsere Tassen und Teller, die Kanne, die Zuckerdose und den Salzstreuer, die Essigflasche und den Brotkorb
Er möge vor allem die Kinder schützen und die Tiere vor jeglicher Willkür
Ja, Er möge sich zu uns an den Tisch setzen und erkennen Wie sehr wir ihn alle brauchen, überall auf der ganzen Welt
Denn wer will uns erlösen von all unserem weltgeschichtlichen Wahn
Auch von unseren täglichen Lebenskonflikten
Gott unser Herr möge auch manchmal ein Machtwort sprechen
Mit all jenen Herren, die sich selber zu Göttern ernannt
Die Menschen durch Maschinen ersetzen und für Geld Kriege führen
Und mit Drogen alle Zukunft zerstören
Er möge sich unser erbarmen
Am Tage und in der Nacht
In der großen Welt und in der kleinen Welt unseres Alltags
Er möge uns unsere Krankheiten überstehen lassen und uns in der Jugend und im Alter seine Schulter geben, damit wir uns von Zeit zu Zeit, von Gegenwart zu Gegenwart, an ihn anlehnen können, getröstet, gestärkt und ermutigt.

Amen.

Hanns Dieter Hüsch – deutscher Kabarettist (1925-2005), aus Das Schwere leicht gesagt. Freiburg, Basel, Wien: Herder. 7. Aufl. 1997. S. 151ff. (Herder Spektrum 4274)

Frühgebet

Das Gebet in der Frühe entscheidet über den Tag.

Dietrich Bonhoeffer – deutscher evangelischer Theologe (Bekennende Kirche) und Widerstandskämpfer (1906-1945)

Wer bin ich?

Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle gelassen und heiter und fest wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich spräche mit meinen Bewachern frei und freundlich und klar, als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch, ich trüge die Tage des Unglücks gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle, hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe, zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung, umgetrieben vom Warten auf große Dinge, ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne, müde und zu leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen, matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling? Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Dietrich Bonhoeffer – deutscher evangelischer Theologe (Bekennende Kirche) und Widerstandskämpfer (1906-1945), aus „Widerstand und Ergebung“

Von guten Mächten

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last,
ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns bereitet hast.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.

Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang der Welt,
die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer – deutscher evangelischer Theologe (Bekennende Kirche) und Widerstandskämpfer (1906-1945)

Zum neuen Jahr

Dir und mir wünsche ich Augen, die die verborgene Herrlichkeit der Schöpfung Gottes erkennen und wahrnehmen.
Dir und mir wünsche ich Lippen, die mehr loben als klagen, mehr aufrichten als vernichten, mehr trösten als schimpfen und nicht das letzte Wort haben müssen.
Dir und mir wünsche ich Ohren für die feine Stimme des Gewissens und die oft ungesagten Worte des Nächsten.
Dir und mir wünsche ich Hände, die gerne und ohne Berechnung geben, aber ebenso bereit auch annehmen und sich beschenken lassen können, die sich falten zum Gebet und so in der offenen Hand Gottes liegen und ruhen.
Dir und mir wünsche ich Füße, die immer wieder den ersten Schritt wagen, wenn es gilt, Wege zueinander zu suchen und auch zu gehen.
Dir und mir wünsche ich einen Geist, der weit und tief ist und die Größe Gottes erahnen läßt.
Dir und mir wünsche ich ein Herz, das lieber verwundbar bleibt als hart, das verzeihen und bewahren kann und zart und einfühlsam ist.
Dir und mir wünsche ich einen Willen, der gut ist und gut tut, auch wenn noch so viel Böses geschieht, der Halt gibt in allem Unbeständigen.
Dir und mir wünsche ich ein lebendiges und unbändiges Gottvertrauen in allem, was geschieht.

Pater Norbert Schlegel – Prämonstratenser und päpstlicher Visitator (1940-2009), Zitateheft 2007

Frucht der Stille

Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebetes ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist das Dienen.
Die Frucht des Dienens ist der Friede!

Mutter Teresa – eigentlich Agnes Gonxha Bojaxhiu, indische Ordensgründerin albanischer Herkunft, Friedensnobelpreis 1979 (1910-1997), Zitateheft 2007

Danke

Wäre das Wort „Danke“ das einzige Gebet, das Du je sprichst, so würde es genügen.

Meister Eckhart – eigentlich Eckhart von Hochheim, deutscher Mystiker (1260-1328), Zitateheft 2007

Geh unter der Gnade

Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen, geh in seinem Frieden, was auch immer Du tust.

Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte, bleib in seiner Nähe, ob Du wachst oder ruhst.

Manfred Siebald – deutscher Liedermacher (*1948), Zitateheft 2007

Beten

Jeder soll lernen zu beten; aber wie er betet, bleibt ihm überlassen.

Father Edward J. Flanagan – amerikanischer Pastor und Gründer des Kinderhilfswerks „Boys Town“, (1886-1948)

Unsere größte Angst

Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, ängstigt uns am meisten.
Wir fragen uns: Wer bin ich denn, daß ich so brillant sein soll?
Aber wer bist Du, es nicht zu sein? Du bist ein Kind Gottes.
Es dient der Welt nicht, wenn du Dich klein machst.
Sich klein zu machen, nur damit sich andere um Dich herum nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen, geben wir damit unbewußt anderen die Erlaubnis, es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.

Marianne Williamson – amerikanische Autorin und Dozentin (*1952). Das Zitat wird oft fälschlicherweise Nelson Mandela in seiner Antrittsrede 1994 zugeschrieben, siehe dazu: ANC History

Gewissenserforschung

1. Gott, ich glaube, daß Du hier und jetzt für mich gegenwärtig bist und daß Du mich liebst.

2. Gott, Du kennst meine Schwächen besser als ich selbst. Hilf mir mit Deinem Licht, diesen Tag zu überschauen.

3. Gott, hilf mir, jetzt die Ereignisse dieses Tages zu erinnern, um Deinen Segen und meine Verfehlungen zu erkennen.

4. Gott, ich bitte Dich um Vergebung meiner Verfehlungen, und ich danke Dir für deinen Segen.

5. Gott, ich blicke auf die kommenden Stunden und Tage. Laß mich stets Deine Nähe spüren, und zeige mir, wie ich so werden kann, wie Du mich willst.

nach Ignatius von Loyola – baskischer Mönch, Gründer des Jesuiten-Ordens (1491-1556), Zitateheft 2005

Der Herr sei vor Dir

Der Herr sei vor Dir, um Dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben Dir, um Dich in die Arme zu schließen und Dich zu schützen.
Der Herr sei hinter Dir, um Dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter Dir, um Dich aufzufangen, wenn Du fällst und Dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in Dir, um Dich zu trösten, wenn Du traurig bist.
Der Herr sei um Dich herum, um Dich zu verteidigen, wenn andere über Dich herfallen.
Der Herr sei über Dir, um Dich zu segnen. So segne Dich der gütige Gott.

irischer Reisesegen – Zitateheft 2005

Reisesegen ins neue Jahr

Möge Gott Dir immer geben,
was Du brauchst:
Arbeit für Deine fleißigen Hände,
Nahrung für Deinen hungrigen Leib,
Antworten für Deinen fragenden Geist,
Freude und Liebe für Dein warmes Herz
und Frieden für Deine suchende Seele.

aus Irland – Zitateheft 2006

Neujahrsgebet eines Pfarrers von 1883

Herr, setze dem Überfluß Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort und erinnere die Männer an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere die Beamten und Politiker, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.

Laß die Leute meine Predigten verstehen und hilf mir, was ich predige auch selbst zu halten.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen

Pfarrer Hermann Kappen – deutscher katholischer Priester, Pfarrer der Gemeinde St. Lamberti in Münster (1818-1901), Zitateheft 2006

Gebet um Großmut

Ewiges Wort, eingeborener Sohn Gottes!
Lehre mich die wahre Großmut.
Lehre mich Dir dienen, wie Du es verdienst:
Geben, ohne zu zählen,
Kämpfen, ohne der Wunden zu achten,
Arbeiten, ohne Ruhe zu suchen,
Mich hingeben, ohne Lohn zu erwarten.
Mir genüge das frohe Wissen,
Deinen heiligen Willen erfüllt zu haben.

Ignatius von Loyola – baskischer Mönch, Gründer des Jesuiten-Ordens (1491-1556), Zitateheft 2006

Sinn des Betens

Bete, und Du wirst entdecken, daß Beten Sinn hat und anders als durch Beten wirst Du es nie entdecken.

Luise Rinser – deutsche Widerstandskämpferin und Schriftstellerin (1911-2002), Zitateheft 2004

Stärke

Das alles kann ich durch Christus, der mir Kraft und Stärke gibt.

Die Bibel, Philipper 4,13 (HFA)

Bibel

In der Tat, weder eine Vision noch eine seraphitische Verzückung noch eine Stimme vom Himmel, auch kein merkwürdiger Traum oder sonst ein Wunderspuk brachte mich auf den Weg des Heils, und ich verdanke meine Erleuchtung ganz einfach der Lektüre eines Buches – Eines Buches? Ja, und es ist ein altes, schlichtes Buch, bescheiden wie die Natur, auch natürlich wie diese; ein Buch, das werkeltätig und anspruchslos aussieht, wie die Sonne, die uns wärmt, wie das Brot, das uns nährt; ein Buch, das so traulich, so segnend gütig uns anblickt wie eine alte Großmutter, die auch täglich in dem Buche liest, mit den lieben, bebenden Lippen und mit der Brille auf der Nase – und dieses Buch heißt auch ganz kurzweg das Buch, die Bibel. Mit Fug nennt man diese auch die Heilige Schrift; wer seinen Gott verloren hat, der kann ihn in diesem Buche wiederfinden, und wer ihn nie gekannt, dem weht hier entgegen der Odem des göttlichen Wortes.

Heinrich Heine – deutscher Dichter (1797-1856), Zitateheft 2004

Beten

Beten heißt seine ganze Existenz auf Gott konzentrieren.

Ferdinand Ebner – österreichischer Philosoph (1882-1931), Zitateheft 2004

Beten

Wenn der Mensch betet, so atmet Gott in ihm auf.

Friedrich Hebbel – deutscher Schriftsteller (1813-1863), Zitateheft 2004

Segenswunsch

Mögen die Segnungen jeden Tages die sein, die Du am meisten brauchst.

irischer Segenswunsch – Zitateheft 2003